Auszeichnung für Esperanto-Institut

Feierliche Verleihung des elften Aalener Esperanto-Kulturpreises in der Stadtbibliothek in Aalen

An diesem Vormittag haben alle die gleiche Sprache gesprochen. Eine Sprache, die weltweit als Plansprache verbreitet ist. Zum elften Mal haben die Stadt Aalen und die Fame-Stiftung zur Förderung Internationaler Verständigungsmittel, den Esperanto-Kulturpreis in der Stadtbibliothek verliehen, und zwar an das Esperanto-Institut in Den Haag.


sibylle schwenk

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Wolf-Dietrich Fehrenbacher, Herbert Mayer, der Vorsitzende der Fame-Stiftung, und Ed Borsboom, Präsident des Esperanto-Instituts Den Haag. (Foto: sik)

Aalen. Berührungsängste gibt es mit dieser Sprache keine. Das zumindest beweisen Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher und Gemeinderatsmitglied Ilse Schmelzle eindrücklich. In dem kleinen Crash-Kurs von Atilio Rojas, Esperanto-Lehrer und Institutsdirektor aus Den Haag, kann sich der Kulturbürgermeister schon nach ein paar Minuten ganz locker als „mi estas Wolf-Dietrich“ vorstellen und Ilse Schmelzle von sich sagen, dass sie „ni estas alta (nicht groß) sei. Die beeindruckende Demonstration der Lehrmethode, die Atilio Rojas mit viel angenehmer Ausstrahlung vorführte, ist die „Cseh-Methode“, für die das Internationale Esperanto-Institut Den Haag hauptsächlich den Preis verliehen bekommen hat.

Bei der Cseh-Methode, die kurz nach der „Erfindung“ der Kunstsprache als Lehrmethode von Andreo Cseh eingeführt wurde, wird die Grammatik in eine systematische Reihenfolge gebracht. Man betrachtet die Strukturen von Wörtern und Sätzen und leitet von ihnen die Grammatik-Regeln ab.

„Esperanto kann so gelernt und gesprochen werden, ohne das gesprochene Esperanto sofort zu verstehen“, heißt es. Der Lerneffekt geht rein über das eigene Sprechen. So wissen die rund 80 Anwesenden in der Stadtbibliothek nach kurzer Zeit, dass die Lerngegenstände von Rojas ein „slosilos“ (Schlüssel), eine „floro“ (Blume) und ein „nigra dorsosako“ (schwarzer Rucksack) sind.
Wolf-Dietrich Fehrenbacher sprach von der 100 Jahre alten Fachbibliothek der Esperantisten in Aalen als einem „großen Schatz für die Stadt“. Aalen sei weltoffen und international ausgerichtet. Um in der Stadt, die für zehn Prozent Migranten mit über 100 verschiedenen Sprachen Heimat ist, Verständigung und Integration zu fördern, sei Esperanto ein wichtiges Hilfsmittel.

„Esperanto verbindet Völker und die Stadt Aalen hat in der Esperanto-Gemeinde durch den Kulturpreis einen Namen“. Die Laudatio hielt Herbert Mayer, Leiter des Esperantomuseums und der Sammlung für Plansprachen der Österreichischen Nationalbibliothek.

Der Präsident des Internationalen Esperanto-Instituts in Den Haag, Ed Borsboom, sagte als Preisträger: „Unser Ziel ist es, den Lehrstuhl für Esperanto an der Universität von Amsterdam zu stützen und die Sprache mit der Cseh-Methode weiter zu verbreiten. Er dankte dem Leiter der Aalener Esperanto-Gruppe, Karlheinz Schaeffer. Für den musikalischen Rahmen sorgten die KGW-Schülerinnen Janina Dolder und Jessica Salvassohn.